Am Freitag war es soweit: Jule musste uns wieder in Richtung Heimat verlassen und das tat sie nur sehr ungern. Wir hätten sie gerne auch noch die restliche Zeit lang hier gehabt, aber wie sagt man so schön - man kann eben nicht alles haben. Also hieß es morgens Koffer packen und zusehen, dass auch ja alles irgendwo Platz findet. Während der zwei Wochen, die Jule bei uns verbracht hat, ist nämlich so einiges hinzugekommen, das es jetzt unterzubringen galt. Das hat dann auch gut geklappt und die Zeit bis zum Abflug konnte noch gut genutzt werden. Eigentlich hatten wir mit Claire ausgemacht, uns während ihrer Mittagspause zum Lunch zu treffen. Da es mir allerdings nicht ganz so gut ging, habe ich darauf verzichtet. Schließlich wollte ich für die Fahrt zum Flughafen wieder so fit wie möglich sein. Im Nachhinein war es vermutlich ganz gut, dass ich nicht dabei war, denn wie ich später erfahren musste, hatte Claire schon wieder Verkupplungspläne geschmiedet. Genauer gesagt, hatte sie vor, mich mit einem ihrer Kollegen bekannt zu machen. Ihr seht, auch hier bin ich vor so etwas nicht sicher - egal, wie sehr ich mir wünschte, es sei anders. Aber wie dem auch sei, als die anderen wieder nach Hause kamen, haben wir auf der Terrasse noch ein wenig die Sonne genossen, bevor es dann wirklich zum Flughafen ging. Wegen der berühmt berüchtigten Rush Hour waren wir extra schon früher losgefahren, aber wir standen natürlich trotzdem im Stau. Noch dazu braute sich genau über dem Flughafen auch noch ein Gewittersturm zusammen. Wir hatten jedoch Glück - wir kamen doch noch relativ schnell an und die dicken grauen Wolken wanderten nach kurzer Zeit weiter. Nach dem Check-In sind wir noch ein wenig durch die Geschäfte gebummelt, um die Zeit totzuschlagen. Irgendwann war die Zeit des Abschiednehmens dann aber doch gekommen und wir mussten wohl oder übel getrennte Wege gehen. Erstaunlich war, dass wir am Eingang zur Sicherheitskontrolle auf ein Mädchen trafen, welches zusammen mit uns in Siegen studiert hatte. Leider kannten wir ihren Namen nicht, daher haben wir sie nicht angesprochen. Aber ihr glaubt gar nicht, wie komisch es ist, so weit von daheim entfernt ein bekanntes Gesicht zu sehen... Nachdem Jule erst einmal den Eingang zum Security-Check durchschritten hatte, verloren wir sie ziemlich schnell aus den Augen, da dort einfach viel zu viele Menschen herumwuselten.
Ein wenig geknickt ging es für uns dann wieder zurück in den Südwesten der Stadt, wo wir schnell noch die Zutaten für das für den nächsten Abend geplante Barbecue besorgen mussten. Wir hatten nämlich zugesagt, einen Salat und ein Dessert vorzubereiten. Außerdem hatten wir Claire und Martin gefragt, ob sie nicht auch noch ein Rezept für home made-lemonade haben. Das hätten wir besser nicht getan, denn natürlich hatten sie ein Rezept und ratet mal, wer die Limonade zubereitet hat!? Genau! Wir. Okay, ganz so lange hat uns das jetzt auch nicht in Anspruch genommen, aber viel lieber hätten wir an diesem Abend einfach mal faul auf dem Sofa gesessen. Leider haben wir viel zu viel Konzentrat zubereitet, sodass wir nach jetzt mittlerweile vier Tagen immer noch mehr als genug davon im Kühlschrank stehen haben. Claire und Martin werden wohl noch ein wenig damit beschäftigt sein, wenn wir uns längst schon wieder in heimischen Gefilden rumtreiben.
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