Dienstag, 17. Juli 2012

Why does it always rain on me...

Was soll ich sagen? Selbst hier in Kanada können wir nicht pausenlos feinstes Super-Sommer-Wetter genießen. Das ist uns dreien am Sonntag schmerzlich bewusst geworden, denn kurz nachdem wir ins Auto gestiegen und in Richtung Drumheller gestartet waren, fing es auch schon an, wie aus Eimern zu schütten. So hatten wir uns das natürlich nicht vorgestellt. Auch unsere Kleidung sah dementsprechend aus: Wir hatten alle unsere feinsten Schuhe an, helle Hosen, dünne Jacken - sogar ein Rock war dabei. Ihr merkt schon, wir waren komplett falsch gekleidet. Auf dem Weg zum Passion Play haben wir noch ein paar Zwischenstopps eingelegt, welche zum Glück ohne das kühle Nass auskamen. Eine außergewöhnliche Erfahrung musste ich dennoch machen. Ihr müsst euch vorstellen, dass es hier ganz anders als in Deutschland ist. Hier gibt es entlang der Highways nicht wirklich so etwas wie Raststätten, wo man mal eben anhalten kann, wenn die Natur ruft. Entweder ist man so mutig und entledigt sich in selbiger oder man wartet halt, bis man sein jeweiliges Ziel erreicht hat. Natürlich habe ich mich für letzteres entschieden, aber meine "Freude" über ein solides Toilettenhäuschen inmitten der Prärie wurde leider schnell und jäh getrübt. In diesem Haus stand doch tatsächlich ein Plumpsklo! Naja, wenigstens kann ich jetzt behaupten, mal eines benutzt zu haben... ansonsten wird das Ganze einfach abgehakt.

Bevor es losging, haben wir auch noch eine kleine Wette abgeschlossen. Und zwar sollten wir schätzen, welcher Kilometerstand am Ende des Tages angezeigt werden würde. Hier unsere Zahlen:
Martin: 450 km
Claire: 520 km
Julia: 620 km
Jule: 600 km
Lisa: 500 km
Da Martin der Fahrer war, hat Claire entschieden, ihn zu disqualifizieren. Und wisst ihr, was das für mich bedeutete? Ja, genau, ich habe die Wette dadurch gewonnen und auch einen kleinen Preis bekommen: einen Can Sleeve in Form eines Cowboystiefels. Total goldig!





Aber nun zurück zu den Zwischenstopps: Zuerst ging es zum Horseshoe Canyon. Juli und ich hatten dort ja bereits 2010 schon einmal angehalten und damals waren wir nicht unbedingt begeistert. Das war dieses Mal jedoch ganz anders, denn der Schnee, der damals so einiges unter sich begraben hatte, war ja nun nicht vorhanden und man konnte den Canyon in seiner ganzen Herrlichkeit betrachten. Es ist schon beeindruckend, dass sich auf einmal dieses Loch im Boden auftut... Weiter ging es zur Suspension Bridge, einer riesigen Hängebrücke in der Nähe von Drumheller. Das war eine ganz schön wacklige Angelegenheit, aber auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. Um die Überraschung perfekt zu machen, haben Claire und Martin uns danach noch zu den Hoodoos chauffiert, die wir vor zwei Jahren leider nicht sehen konnten. In dieser Mond- und "Steinpilz"-Landschaft haben wir so einige Fotos geschossen und danach noch eine Brotzeit im Van eingelegt. Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Drumheller, weil es nicht mehr lange dauern sollte, bis das Passion Play anfing. Nachdem wir das Auto geparkt hatten, kamen auch schon ganz nette Menschen in Golfcarts vorbei, die uns eingesammelt und an den wartenden Menschen vorbei direkt zum Bühneneingang gefahren haben. Was für ein Service! So etwas gibt es auch nur in Kanada. Leider hat es zu dieser Zeit schon so stark geregnet, dass wir nirgends auch nur ein kleines trockenes Fleckchen finden konnten. Ihr müsst wissen, dass dieses Amphitheater ein Open Air-Theater ist und deswegen natürlich über kein Dach verfügt. Nun ja, die Aufführung hat insgesamt drei Stunden gedauert und fast die ganze Zeit über hat es in Strömen geregnet. Die Pfützen wurden immer tiefer, der Matsch ebenfalls, uns wurde immer kälter... Regenschirme durfte man dort nämlich auch nicht aufspannen, denn damit hätte man den anderen Leuten bloß die Sicht versperrt. Ihr könnt euch also vorstellen, wie froh wir waren als wir endlich wieder ins warme Autochen zurückkehren konnten. Trotzdem war es natürlich wieder ein toller Tag, der - wie immer - wieder viel zu schnell vorbei war. Man kann eben doch nicht alles haben, oder?!

P.S.: Unsere Schuhe sahen natürlich aus wie Sau! Aber Dank Martins Schuhputzköfferchen erstrahlen sie mittlerweile wieder in altem Glanz :-)

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