Yeha! Endlich geschafft - Julia und ich sind seit gestern wieder in unserem zweiten Zuhause und es ist alles noch genauso toll wie vor 2 Jahren. Aber ich erzähle die Geschichte lieber von Anfang an, denn allein auf der Hinreise ist schon wieder so einiges Interessantes geschehen...
Zunächst einmal wurde unser Flug um 6 Stunden nach hinten verschoben. Da wir zwei Koryphäen natürlich nicht daran gedacht hatten, den Flugplan vorher noch einmal zu checken, hätten wir wahrscheinlich schon um 6h morgens am Flughafen gesessen, weil unser ursprünglicher Flug ja um 7.55h abheben sollte. Zum Glück hat Julis Papa aber noch einmal nachgeschaut und so konnten wir alles ein bisschen gemütlicher angehen lassen. Beeilt haben wir uns dann irgendwie aber doch und als dann feststand, dass es sogar noch einmal eine Stunde später losgehen sollte, also um 14:55h, saßen wir etwas gelangweilt und total müde vorm Gate, um dort auf den Beginn des Boardings zu warten. Beim Check-In gab es leider auch noch einen kleinen "Zwischenfall" - angeblich war Julis Rucksack zu groß fürs Handgepäck. O-Ton der unfreundlichen AirTransat-Schnepfe: "Frag den und den, von mir gibt es ein klares NEIN! Der Flug ist total ausgebucht!" Aber die Rechnung hat sie dann ohne ihre netten Mitarbeiter gemacht. Im Endeffekt durften wir nämlich doch alles so mitnehmen wie geplant. Später hat sich herausgestellt, dass sie wohl ziemlich gerne an allem herummeckert...
Im Flugzeug selbst kam dann der nächste kleine Schock. In allen Sitzen befanden sich kleine Bildschirme, auf denen das Bordprogramm übertragen wurde. In der Reihe vor uns gab es allerdings nur einen davon und der hat noch nicht einmal funktioniert. Wie sollten wir denn 10 Stunden ohne jegliche Unterhaltung aushalten? Schließlich saßen wir ja noch nicht einmal am Fenster, sondern im Mittelgang! Der nette Steward, der uns gegenüber saß, hat uns aber dann darüber aufgeklärt, dass wir doch alle einen eigenen kleinen Fernseher aus dem Sitz hochklappen können. Super, der Flug war gerettet! Das dachten wir zumindest.... denn dann kam das Grauen auf High Heels durch den Gang gestöckelt, um sich in der Reihe vor uns sein Nest einzurichten. Dieses Grauen hörte auch auf den Namen Trisha - gepaart mit einem typisch deutschen Nachnamen, den ich hier nicht nennen möchte, Schlauchbootlippen, blonden Spaghettihaaren und einem Atombusen, der schwer nach zwei angeschraubten Medizinbällen aussah, war diese Frau ein Fest fürs Auge und die Ohren. Ihr müsst verstehen, in einem Flugzeug kann es ja schon mal ein wenig enger werden. Für Trisha ist das allerdings nichts und deshalb musste sie den Steward einfach fragen, ob sie nicht den Platz tauschen könne. Und so kam es, dass sie eine Reihe ganz für sich allein bekam, in der sie es sich gemütlich machen konnte. Der Steward war wohl auch davon begeistert, dass er aufgrund seiner Körpergröße den perfekten Blick auf Trishas "Augen" hatte. Da erfüllt man(n) wohl so ziemlich jeden Wunsch...
Kurz vorm Start wurde an unserer Reihe noch ein Absperrband angebracht, um die Leute davon abzuhalten, vor unseren Füßen von einer Seite des Flugzeuges auf die andere zu laufen. Die meisten Leute haben sich auch daran gehalten und sind auf "ihrer" Seite des Flugzeuges geblieben. Aber ratet doch mal, wer ein Problem damit hatte, sich in einer Toilettenschlange anzustellen, in der immerhin zwei Leute standen?! Natürlich! Trisha kann sich als Dame von Welt und Mitglied der Plastic-High Society doch nirgends anstellen und darauf warten, irgendwann einmal am Zuge zu sein. Nein, es muss schnell gehen und bitteschön ohne Umwege. Nachdem wir also schon unsere Taschen vor unsere Füße gelegt hatten, um den Weg auch wirklich zu versperren, hat sie sich trotzdem noch auf die andere Seite durchgekämpft, obwohl mein Sitznachbar (ein netter Herr aus Seattle) ihr deutlich zu verstehen gab, dass sie das doch bitte lassen solle. Genauer gesagt, tat er dies auch, indem er ihr sagte: "Your smile doesn't do it for me!" Doch davon ließ sich die Heldin dieser Geschichte nicht beirren und so ignorierte sie einfach jegliche Bemühungen unsererseits, ihr den Weg zu versperren. Nach gefühlten 10 Minuten fand sie schließlich wieder den Weg aus der Toilettenkabine und - wie sollte es auch anders sein - sie versuchte ihr Glück schon wieder bei uns. Aber diesmal hat sich mein Nachbar zur Wehr gesetzt. Beherzt streckte er sein Bein aus und sagte ihr nochmals, dass es laut Kabinenpersonal verboten sei, diesen Weg zu benutzen. Daraufhin wurde Trisha endgültig zur Furie und sie trat dem armen Herren gegens Bein (die Ironie dieser Handlung werdet ihr später noch erkennen...). Schließlich stand ihre Sitznachbarin dann auf, um sie wieder zurück in die Reihe zu lassen. Warum nicht vorher so??? Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie geladen das arme blonde Barbiepüppchen war. Schließlich hat ihr bis jetzt doch kein Mann widerstehen können und ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Da rechnet man natürlich nicht mit Gegenwind. Das hat sie uns auch wissen lassen als sie zu ihrer Genossin sagte, dass Mr. Seattle ein "A-hole" sei. Wie kann man auch nur. Um diese Unverschämtheit festzuhalten, wanderte ihre Hand samt iPhone schließlich um ihren Sitz herum, um Beweisfotos zu schießen. Auf diesen Bildern konnte man die Gemeinheit des Mannes bestimmt super erkennen... mir persönlich hat es nicht so gut gefallen, dass sie uns dabei auch fotografiert hat. Ich bin also ein wenig lauter geworden und habe sie gefragt, was das denn eigentlich soll. Auch Julia hat da wohl eine neue Seite an mir entdeckt. Aber das war reine Notwehr ;)
Ach ja, Trisha hat uns auf Trab gehalten und die 10 Stunden in der Luft vergingen wie im Fluge. Wir konnten sie dabei beobachten, wie sie den verheirateten (!) Männern an Bord schöne Augen machte und flirtete als gäbe es kein Morgen. Interessant war auch, in welchen Posen sie sich selbst porträtiert hat. Da werden die Schlauchbootlippen noch keck gespitzt, um auch ja einigermaßen verführerisch rüber zu kommen. Sowas haben wir Normalos natürlich nicht drauf. Nach mehreren Stunden kam sie schließlich angedackelt, um sich zu "entschuldigen". Sie hätte doch nur durch den Gang gewollt, weil sie Wasser verschüttet hätte und Tücher zum Wegwischen brauchte. Und außerdem hätte sie sich ja in Frankfurt am Flughafen am Bein verletzt und überhaupt und wir sollen ihr das doch bitte nicht übel nehmen. Tja, liebe Trisha, dazu fallen mir nur zwei Dinge ein:
1. Wo waren die Tücher? Steckten sie vielleicht noch in deinem Ausschnitt, um alles noch ein wenig voluminöser erscheinen zu lassen?
Ach ja, Trisha hat uns auf Trab gehalten und die 10 Stunden in der Luft vergingen wie im Fluge. Wir konnten sie dabei beobachten, wie sie den verheirateten (!) Männern an Bord schöne Augen machte und flirtete als gäbe es kein Morgen. Interessant war auch, in welchen Posen sie sich selbst porträtiert hat. Da werden die Schlauchbootlippen noch keck gespitzt, um auch ja einigermaßen verführerisch rüber zu kommen. Sowas haben wir Normalos natürlich nicht drauf. Nach mehreren Stunden kam sie schließlich angedackelt, um sich zu "entschuldigen". Sie hätte doch nur durch den Gang gewollt, weil sie Wasser verschüttet hätte und Tücher zum Wegwischen brauchte. Und außerdem hätte sie sich ja in Frankfurt am Flughafen am Bein verletzt und überhaupt und wir sollen ihr das doch bitte nicht übel nehmen. Tja, liebe Trisha, dazu fallen mir nur zwei Dinge ein:
1. Wo waren die Tücher? Steckten sie vielleicht noch in deinem Ausschnitt, um alles noch ein wenig voluminöser erscheinen zu lassen?
2. Du musst ja hart im Nehmen sein, wenn du dich so stark verletzt, dass du eigentlich kaum noch gehen kannst, dann aber doch noch auf Mörder-High Heels durch den Gang spazierst. Damit hast du dir auf jeden Fall meinen Respekt verdient!
Aber jetzt genug von Miss Plastic! Ich will euch ja nicht vorenthalten, dass der Flug super war. Alles war zu unserer vollsten Zufriedenheit - das Personal, das Essen, das Unterhaltungsprogramm.... alles bestens!
Nach der Landung in Calgary konnten wir es kaum noch aushalten, endlich unser Gepäck abzuholen und so schnell wie möglich Claire und Martin in die Arme zu fallen. Zum Glück ging dort auch alles recht schnell und wir konnten ganz fix weiter. Begrüßt wurden die Einreisenden von einem niedlichen älteren Herren in Cowboy-Montur, der vereinzelte Ankömmlinge mit dem Lasso einfing. Davon blieben wir aber dann doch (zum Glück) verschont. Direkt dahinter, auf einer kleinen Bühne, hatten sich zwei Country-Sänger aufgebaut, die alle Reisenden in feinster Stampede-Manier musikalisch begrüßten. Wir waren also endlich wieder im "Herzen des Westens" angekommen. Schön! Claire haben wir auch sofort entdeckt und ihr glaubt gar nicht, wie schön es einfach nur war, sie wiederzusehen. Ihr ging es da wohl auch nicht anders, denn sie hat uns in ihre Arme genommen und wollte gar nicht mehr loslassen. Da fühlten wir uns direkt wieder wie zu Hause. Da die beiden schon damit gerechnet hatten, dass wir wohl mit nicht gerade wenig Gepäck reisen würden, hatten sie sich in weiser Voraussicht wieder Sheila und Peter's Van ausgeliehen, um auch ja alles unterzukriegen. Martin hat draußen am Auto auf uns gewartet und auch er hat sich riesig gefreut, uns wieder hier zu haben. Nun waren wir also wieder mit unserer kanadischen Familie vereint.
Das Begrüßungskomitee am Flughafen
Der Weg vom Flughafen in die Brabourne Road hat leider etwas länger gedauert, weil die Straßen einfach total überfüllt waren. Aber so hatten wir die Gelegenheit, uns alles noch einmal etwas genauer anzuschauen. Hier wird zurzeit recht viel neu- und umgebaut, aber wir haben dennoch fast alles wieder erkannt.
Zu Hause wurden wir schon von Petra, Quarry und Jenny erwartet, die sich anscheinend auch sehr über unsere Rückkehr gefreut haben. Die ganze Zeit haben sie freudig gebellt, mit den Schwänzen gewedelt und sind durch die Gegend gehüpft. Ich bin ja fest davon überzeugt, dass sie uns wiedererkannt haben. Im Haus selbst hat sich zwar einiges verändert, aber unser kleines Apartment ist im Grunde noch genauso, wie wir es damals verlassen hatten. Und das schönste ist, dass es sich gar nicht so anfühlt als ob wir wirklich fast zweieinhalb Jahre weggewesen seien. Irgendwie ist es so als ob man einfach nach einem langen Arbeitstag nach Hause gekommen sei. Alles ist immer noch ganz vertraut... schön, oder? Claire und Martin beteuern auch die ganze Zeit über, wie froh sie sind, dass wir endlich wieder hier sind. Heute morgen hatten wir schon eine ganz liebe Nachricht von Claire auf unserem Frühstückstisch liegen, die mit den Worten "Howdy and good morning" begann. Wir sollen uns heute einfach einen schönen Tag machen und heute Abend essen wir gemeinsam, um uns dann gegenseitig wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Schließlich ist seit März 2010 ja auch so einiges passiert und es gilt eine Menge aufzuholen.
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