Sonntag, 29. Juli 2012

Samba-Time

Hallo, meine Lieben. Unser busy life lässt uns hier einfach nicht zur Ruhe kommen. Jeden Tag haben wir etwas vor. Aber es ist ja auch schön, dass es hier nie langweilig wird! Am Dienstag hat es uns zunächst noch einmal ins Chinook gezogen, weil Jule vor ihrer Rückkehr nach good old Germany unbedingt noch ein paar Besorgungen erledigen musste. Auch ich habe mich wieder einmal nicht lumpen lassen und ein wenig Geld bei Roots gelassen - ist aber auch eine Unverschämheit, dass es dort immer so schöne Sachen gibt!

Abends erwartete uns schließlich der Höhepunkt des Tages, denn wir haben uns endlich mit Cris, Lisa und Louise getroffen. Dieses Treffen konnten wir kaum erwarten, denn die drei haben wir 2009 sofort ins Herz geschlossen. Little Louise ist gar nicht mehr so little - im Oktober feiert sie schon ihren dritten Geburtstag und sie ist mittlerweile eine kleine Prinzessin. Zunächst war sie ja ein wenig schüchtern als sie uns gegenüberstand. Aber als Cris und Lisa ihr dann sagten, dass wir extra nur wegen ihr gekommen seien, legte sie die Scheu schnell ab und ab diesem Moment hat sie uns nicht mehr zur Ruhe kommen lassen (was wir ja auch gar nicht wollten). Nach einer herzlichen Begrüßung hat sie uns sofort ganz stolz gezeigt, was sie alles schon kann. Ihr müsst wissen, dass Cris der größte Eric Clapton-Fan überhaupt ist und diese Liebe zur Musik hat sich anscheinend auch schon auf Louise übertragen, denn sie besitzt bereits ein Schlagzeug, ein Keyboard und eine Gitarre - alles in Miniatur-Ausführung, versteht sich. Natürlich wollten wir gerne einmal sehen, wie toll Louise diese Instrumente beherrscht und darum haben wir sie um eine kleine Kostprobe gebeten. In diesem Moment war sie allerdings mit einem Glas Wasser beschäftigt und so ließ sie Claire wissen, dass sie gerade "busy" sei - das sorgte in unserer Runde natürlich für schallendes Gelächter! Letztendlich hat sie uns den Gefallen dann doch getan und ein paar Beats in die Drums gehauen - stilecht mit überkreuzten Drumsticks und der Ansage "One, Two - One, Two, Three, Four". Nach zwei Minuten wurden Juli und ich von ihr dazu verpflichtet, Keyboard und Gitarre zu spielen und wir haben gerockt, was das Zeug hielt. Ich habe mich sogar dazu hinreißen lassen, mit Louise das Tanzbein zu schwingen. Was für eine Performance! Bis alles zum Abendessen bereit war, haben wir mit der Kleinen gespielt. Währenddessen hat sie mehrmals eine Ladung Bälle in meine Richtung gepfeffert und sich darüber kaputt gelacht, dass ich diese nicht fangen konnte. Deswegen hat sie mir sogar mehrmals gezeigt, was ich machen muss, um auch ja alles aufzufangen. Geklappt hat es natürlich nicht, aber solange Louise ihren Spaß hat, ist doch alles in Ordnung.

Während des Essens hatten wir dann auch Gelegenheit, sämtliche Neuigkeiten mit Cris, Lisa und Cris' Schwester Nina auszutauschen, die mehrere Monate hier in Calgary verbringt. Es war wirklich toll, alle wiederzusehen, denn wir haben sie doch schon sehr vermisst und Facebook alleine ist einfach nichts gegen ein "echtes" Treffen. So haben wir zum Beispiel erfahren, dass die drei über Weihnachten und Neujahr einen Monat lang in ihrer Heimat Brasilien verbringen werden, weil sie seit beinahe 2 Jahren nicht mehr dort waren und mittlerweile starkes Heimweih haben. Auch an die guten alten Zeiten haben wir uns gemeinsam erinnert und viel gelacht.

Louise mochte uns drei anscheinend sehr gerne, denn sie hat uns alle in Beschlag genommen. Das ging sogar soweit, dass sie Juli und mir kleine Zöpfe machen wollte. Mit meinem Haar war sie allerdings nicht zufrieden. Sie meinte, es sei "too big". Also hat sie lieber daran gezogen als mir eine schicke Frisur auf den Kopf zu zaubern. Aber was macht man nicht alles mit?! Außerdem hat sich herausgestellt, dass Louise schon ganz genau weiß, wo der Hammer hängt! Denn plötzlich schnappte sie sich Cris' iPhone, entriegelte es, und knipste ein Bild nach dem anderen. Sie wusste sogar, welche Knöpfe sie drücken muss, um die Bilder anzuschauen. Nachdem sie dann aber Julis Kamera gesehen hatte, wollte sie sich nicht mehr mit dem Handy zufrieden geben, sondern mit dem Profigerät arbeiten. Und was soll ich euch sagen - auch das hat sie hinbekommen... unglaublich!

Als der Abschied näher rückte, war Louise nicht wirklich begeistert. Also schnappte sie sich uns und ab ging es in ihr Zimmer, wo sie uns erst jedes einzelne Stofftier mit Namen vorstellte, um dann das Licht auszumachen, weil wir uns verstecken sollten. Tja, sie mochte uns einfach zu gern, um uns einfach so gehen zu lassen. Sie war dementsprechend beleidigt als wir uns letztendlich doch auf den Weg machen mussten und wollte uns erst gar nicht verabschieden. Sie hat es sich dann aber doch noch einmal überlegt und uns eine fette Umarmung inklusive Schmatzer zu geben. Wie gut, dass wir sie schon in wenigen Tagen auf unserer Grillparty wiedersehen werden!


Dieses Foto hat doch tatsächlich Louise gemacht...




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