Whoa! Ihr glaubt ja nicht, was für ein Wochenende wir hinter uns haben! Am Freitag ging es los mit einem Tagestrip in den Waterton National Park. Wenn ihr euch ein wenig zurück erinnert, wisst ihr sicherlich noch, dass Juli und ich dort schon einmal im tiefsten Winter eingeschneit waren. Das Dorf war praktisch verlassen und noch nicht einmal die Tankstelle war geöffnet... aber dieses Mal war alles ganz anders. Obwohl, das stimmt nicht so ganz. Denn auf unserem Weg gen Süden mussten wir leider feststellen, dass die Wolken immer größer und dunkler wurden. Zwischenzeitlich wurde es sogar schlimm, dass man die Rockies mitunter gar nicht mehr sehen konnte. So hatten wir uns unseren Ausflug nach Waterton natürlich nicht vorgestellt. Aber wir hatten wieder einmal ein unverschämtes Glück! Die Wolken wanderten woanders hin und ließen die Sonne bei uns. So sah das Prince of Wales Hotel in Waterton natürlich richtig toll aus, wie es da so steht und einen traumhaften Ausblick auf den Waterton Lake bietet. Wir entschieden uns dazu, vom Hotel einen kleinen Trampelpfad in Richtung See zu nehmen. Leider hatten wir nicht damit gerechnet, dass dieser auch von Cross Country-Mountainbikern benutzt wird. Daher mussten wir ein paar Mal beiseite hüpfen. Unten angekommen, wurden wir sofort von einer Horde Mosquitos erwartet, die uns anscheinend sehr schmackhaft fanden. Ich kann euch versichern, dass diese Liebe nicht auf Gegenseitigkeit beruht! Anstelle dieser kleinen Plagegeister hatten wir uns eher auf Bären und Elche eingestellt. Wir hatten sogar unser Bärenspray und eine Bear Bell eingepackt, um uns gegen Meister Petz verteidigen zu können. Da aber kein Bär in Sicht war, haben wir erst einmal die nähere Umgebung des Waterton Lake erkundet. Danach ging es rüber ins Dörfchen - schließlich wollten wir ja auch einmal sehen, wie es dort aussieht, wenn der Sommerbetrieb läuft.
Zuletzt wollten wir uns das Luxushotel auch noch einmal von innen anschauen, da wir bis jetzt immer nur Gutes davon gehört hatten. Die Überraschung war natürlich perfekt als wir gesehen haben, dass dort alles weihnachtlich dekoriert war - und das mitten im Hochsommer! Das Personal trug noch dazu Schottenröcke. Interessant....
Bevor es wieder zurück nach Calgary ging, hat es uns noch zum Red Rock Canyon verschlagen. Auf dem Weg dorthin haben wir doch tatsächlich unseren ersten Bären gesehen! Leider war dieser aber noch zu weit von uns entfernt, um ein Beweisfoto zu schießen. Der Canyon an sich war ein großartiger Anblick mit seinen roten Felsen und in dem Bergwasser konnte man sich sogar noch ein wenig abkühlen. Kurz nachdem wir wieder im Mini saßen, passierte aber das Beste überhaupt: Nur ein paar Meter von uns entfernt streifte ein Braunbär auf der Suche nach etwas Essbarem durchs Gras. Wir haben natürlich unsere Chance ergriffen und Fotos geschossen, was das Zeug hielt! So etwas konnten wir uns nun wirklich nicht entgehen lassen!
Wieder zu Hause erwartete uns Claire leider mit einer schlechten Nachricht: Wegen eines starken Gewitters hatte es in Banff einen Erdrutsch gegeben, weswegen der Highway gesperrt werden musste. Da wir geplant hatten, am nächsten Morgen in Richtung Banff National Park aufzubrechen, waren wir über diese Neuigkeiten natürlich nicht gerade erfreut. Schließlich hatten wir bereits sämtliche Hotels gebucht. Aber wir hatten natürlich schon wieder mehr Glück als Verstand! Die fleißigen Arbeiter hatten über Nacht sämtlichen Schlamm entfernt, sodass der Weg wieder frei war und wir frohen Mutes in unser langes Wochenende starten konnten.
Hier noch ein paar Impressionen:
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