Wäre dies ein Bandname, würde er auf Tatsachen beruhen. Denn die Chicken Wings beim Bingo am Dienstag wären mir doch tatsächlich beinahe zum Verhängnis geworden. Warum? Zunächst bin ich noch standhaft geblieben und habe alle Angebote, etwas vom Essen zu kosten, dankend abgelehnt. Aber weil Molly einen ganzen Teller für sich alleine hatte, habe ich mich erbarmt, ihr zu helfen. Geschmeckt haben die Lemon-Teriaki-Wings ja auch, aber als ich fast fertig war, habe ich doch tatsächlich einen Knochen verschluckt... In diesem Moment habe ich mich gefragt, wie dumm man ernsthaft sein muss, dass sowas passiert. Danach hatte ich den ganzen Abend über Angst, dass mich der Knochen von innen aufschlitzt. Sowas soll ja schon passiert sein...
Bingo hat trotzdem Spaß gemacht. Erst waren wir zu fünft: Sam, Molly, Daniel, Julia und ich. Später sind Jake und seine Freundin Katelyn noch vorbeigekommen. Nachdem Molly schon die ganze Zeit über Bingofelder für die beiden ausgefüllt hatte, hat Jake dann auch noch gewonnen (nachdem er zuvor aber aufgrund eines Bullshits den Hintern versohlt bekommen hatte :-P). An uns ist das Glück leider wieder einmal vorbeigezogen. Dabei gab es doch dieses Mal wieder so viele wunderbare Preise, die jeder gerne sein Eigen nennen würde. Star Trek Bücher und Büsten, britische Frauenmagazine aus den 50ern, ein kaputtes Fahrrad, T-shirts die bereits getragen aussehen und "Erotikartikel" sind nur ein kleiner Teil dieser tollen (!) Auswahl. Nur noch 2 Zahlen hätten mir gefehlt, dann hätte auch ich aus diesem Potpourri von Schmuckstücken wählen dürfen. Neues Jahr, neue Chance! Ein weiterer peinlicher Höhepunkt: Als Jake und Katelyn gerade nicht am Platz waren, habe ich versehentlich ihr Wasser umgestoßen, welches natürlich ohne Umwege über all ihre Bingozettel gelaufen ist... da Julia natürlich weiß, dass ich Mollys Bruder, sagen wir mal, "interessant" finde, war es gar nicht so leicht, zu erklären, dass das wirklich bloß ein Versehen und kein versteckter Eifersuchtsanfall war. Hat dann aber doch geklappt und nach einer kurzen Entschuldigung meinerseits war die Sache auch abgehakt.
Molly fand, dass dieser Abend das beste Bingo aller Zeiten war. Warum? Weils einfach die ganze Zeit über lustig war. Wir haben Sam und Molly tolle deutsche Wörter wie äcklick (eklig) oder Arrrrrscheloch (Arschloch) beigebracht und Daniel hatte seinen Spaß dabei, sich mit Polizistinnen fotografieren zu lassen oder an der Theke nach Zahnstochern zu fragen, wobei er die Kassenzettel-Nadel zur Demonstration dessen, was er verlangte, benutzen musste. Molly lernt überhaupt sehr gerne Deutsch, indem sie uns fragt, wie bestimmte englische Wörter oder Phrasen im Deutschen heißen. Dazu gehört zum Beispiel "Heinseneins" (H1N1), "Was gäjt ap?" (Was geht ab?) oder auch "Söffst du auf die gute Welle?" (Surfst du auf der roten Welle?). Herrlich!
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