Samstag Abend haben Claire und Martin, anlässlich von Georges Geburtstag, ihn, seine Freundin Karen, Jan, Ghislaine, Julia und mich zum Essen ausgeführt. Wohin? Ins Cheesecake Café, wo wir auch schon nach unserem Trip nach Glennifer waren. Und schon wieder haben sie uns alle eingeladen. Die beiden sind einfach zu goldig... Das Essen war natürlich wieder einmal erste Sahne, allerdings konnte ich mich dieses Mal doch nicht dazu hinreißen lassen, nach der riesengroßen Hauptspeise auch noch ein Mega-Kuchenstück zu verschlingen. Den Part hat diesmal Julchen übernommen. Nach einem Cheddar Cheeseburger mit Pommes hat sie sich noch ein Monsterstück Chocolate Fudge reingezogen. Das war ein Kuchen mit 4 Schokoladenschichten... und sie war die einzige, die überhaupt ein Dessert bestellt hat. George bekam auch eines, weil er Geburtstag hatte. Mit dem Kuchen bekam er eine Kerze und ein Ständchen "Happy Birthday" von uns allen und der Restaurant-Crew. Bevor wir uns auf den Weg zum Cheesecake Café gemacht haben, haben Julia und ich noch einen Stopp auf dem benachbarten Spielplatz eingelegt, um dort unseren neuen Job zu feiern. Schaukeln und wippen macht ja soviel Spaß! :)
Am Sonntag waren wir mit Scott in Downtown. Aber erstmal mussten wir uns auf die Suche nach tollen neuen schwarzen Hosen machen, da wir die bei unserem Job tragen müssen und ich nur eine mitgenommen habe... Tja, was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen, nicht wahr? ;) Also, auf zu GAP. Den Laden könnte ich leer kaufen! So viele tolle Sachen, vor allem die Hosen... mein erster Griff ins Regal stellte sich jedoch ziemlich schnell als ein Griff ins Klo heraus. So eine unförmige und hässliche Hose habe ich in meinem Leben zuvor noch nie anprobiert und ich muss es auch nicht unbedingt noch einmal tun. Also wieder raus aus der Umkleide, rein in den Laden, wieder in die Umkleide. Und dann doch noch ein Erfolg: Hose passt und ist dazu noch 2 Größen kleiner als sonst. Ich liebe Kanada ;) Gut, mein Geldbeutel wurde dadurch dann auch erleichtert. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Julchen hat leider nichts gefunden. Aber als wir dieselbe Hose anprobiert haben, haben wir festgestellt, dass meine Beine ein Stückchen länger sind, obwohl sie im Ganzen größer ist als ich. Interessant, interessant... Außerdem ist uns aufgefallen, dass an diesem Sonntag, einen Tag nach Halloween, in den Läden tatsächlich schon alles auf Weihnachten umgestellt ist. So schnell kanns gehen! Mit einer Viertelstunde Verspätung kamen wir dann an unserem mit Scott ausgemachten Treffpunkt an. Schande über unser Haupt - aber die Busse fahren am Wochenende nun einmal anders als sonst... Kann man nichts machen. Scott ist mit uns zu Banzai gegangen, einem asiatischen Restaurant in Downtown, wo das Essen eigentlich ganz lecker war, im Nachhinein aber wohl eher nur so halb empfehlenswert ist. Jedenfalls haben wir uns beide am Montag darüber gewundert, dass uns kotzübel war... und wir hatten dasselbe Menü. Sehr verdächtig... Egal. Schwamm drüber! So schnell sehen die uns halt einfach nicht wieder. Während des Essens hatten wir auf jeden Fall viel zu Lachen. Immer wieder erstaunlich, wie toll Leute aus anderen Ländern die deutsche Sprache finden und welche Wörter sie beherrschen. Hier mal eine kleine Auswahl von Scotts Deutschkenntnissen: German Barbie, Mein lieber Herr Gesangsverein!, Gesundheit! und das beste von allem: Überschnauzer. Was auch immer das heißen soll ;) Außerdem wissen wir jetzt, dass er David Hasselhoff als Inbegriff für Maskulinität ansieht. Na dann... Danach hat er uns für lau ins Kino gebracht, weil er in derselben Mall arbeitet, in der auch das Kino ist. Wir haben uns "Couples Retreat" angeguckt - der neue Film mit Vince Vaughn. Wirklich ein sehr guter Film. Julia und ich müssen zugeben, dass wir selten im Kino so viel lachen mussten! Ich weiß zwar nicht, wie der Film auf deutsch heißt, geschweige denn, wann er bei euch anläuft, aber guckt ihn euch an, wenn er läuft! Ich verleihe ihm mein persönliches Gütesiegel. Und das will schon was heißen! Nach dem Film haben wir dann gemerkt, dass der letzte Bus, der uns eigentlich nach Hause bringen sollte, bereits weg ist... Am Bahnhof angekommen, stand noch ein anderer Bus bereit, den wir auch hätten nehmen können. Aber bis wir erst einmal das Bahnhofsgebäude verlassen hatten, war der auch schon wieder weg. Zum Glück kam in diesem Moment aber noch ein anderer Bus, sodass wir noch einmal darum gekommen sind, nach Hause laufen zu müssen. Das würde nämlich auch eine Zeit lang dauern...
Am Montag war, wie gesagt, nicht viel los mit uns. Uns war beiden schlecht und wir waren dazu noch nervös und aufgeregt, weil wir eigentlich zu Second Cup kommen sollten, um noch ein paar organisatorische Dinge zu klären. Nach einem Anruf konnten wir dann aber entspannen, weil wir erst Dienstag vorbei kommen sollten. Außerdem hat uns Claire am Montag verlassen. Sie bleibt bis nächste Woche Mittwoch in England, wo sie sich um ihre kranken Eltern kümmert und außerdem auch noch die Beerdigung ihres Onkels besucht. Die Arme macht im Moment schon ganz schön viel mit. Aber trotzdem ist sie immer zu einem Scherzchen aufgelegt... Ein gutes Beispiel für jemanden, der sich durch nichts unterkriegen lässt! Bewundernswert! Den Montag haben wir daher fast komplett vor der Flimmerkiste verbracht. Ihr könnt euch ja bestimmt schon denken, was wir uns reingezogen haben... Ist doch klar! Say Yes to the Dress! Wie könnte es auch anders sein?! Das Gute ist, dass diese Sendung hier jeden Tag läuft. Außerdem haben wir uns aus Langeweile eine Familie mit 18 Kindern angeschaut, die sich mit 37 anderen Leuten ein Haus und ein Badezimmer teilen und deshalb anbauen müssen... und dann noch ne Reality-Show über ein Paar mit Zwillingen und Sechslingen. Dieses Paar ist jetzt kein Paar mehr und füllt sämtliche Klatschmagazine mit seiner Geschichte... Da wird schon einiges an schmutziger Wäsche gewaschen, kann ich euch sagen!
Gestern hatten wir dann unser Papierkram-Treffen mit Doug, dem Inhaber unserer Second Cup-Filiale. Außerdem hat er uns den Laden und die Produkte erklärt. So viel, wie wir gestern gehört haben, kann man sich gar nicht auf einmal merken. Außerdem müssen wir an einem E-Learning-Training teilnehmen, wo wir alles über die Marke Second Cup und die Abläufe im Café lernen. Da müssen wir dann auch Quizzes und ein Final Exam ablegen. Und ich dachte, ich muss hier mal nicht lernen... Hofft mit mir, dass sich das alles als easy peasy herausstellt! Heute morgen hatte ich von 8-12h meine erste Schicht. Julia muss von 14-18h ran und morgen darf ich wieder von 13-17h. Leider haben wir diese Woche noch keine gemeinsamen freien Tage, dafür aber in den nächsten Wochen. Erstmal dürfen wir nur die Kasse bedienen, was aber schon anstrengender ist, als man vielleicht meint. Zunächst einmal ist da das andere Geld. Dann ist die Kasse ein Mega-Hightech-Gerät, auf dem mehr Buttons aufleuchten als man drücken kann. Und dann kommen manche Kunden, die sich etwas in den Bart nuscheln, was man leider nicht versteht. Im Großen und Ganzen wars aber ein guter erster Tag, der die morgendliche Nervosität gar nicht wert war. Alle dort sind wirklich sehr nett, hilfsbereit und lustig. Ich durfte zB Eggnog probieren, was mir aber überhaupt nicht geschmeckt hat. Außerdem bin ich jetzt schon ein Phänomen unter den Kollegen, weil sich meine kleinen Finger nicht nach innen biegen, wenn ich meine Hände an den Kanten der kleinen Finger aneinanderhalte. Damit war ich heute sozusagen ein Unikat ;)
So, meine Lieben. Ich habe mal wieder viel zu weit ausgeholt. Aber hier passiert ja auch immer so viel... Um 16h gönne ich mir mal ein Päuschen. Da läuft nämlich, wie könnte es anders sein, Say Yes to the Dress! Und dann muss ich auch schon mit dem Kochen anfangen. Schließlich soll ja das Essen auf dem Tisch stehen, wenn Julia nach Hause kommt. Ganz wie zu Hause :)
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