Dienstag, 13. Oktober 2009

Langes Wochenende

Bis vor 1 Minute lag Quarry noch schlafend auf meinem Schoß... Aber da sie lieber die Katze durchs Haus jagt, kann ich ja jetzt in Ruhe meinen Post verfassen.

Thanksgiving am Sonntag war wirklich toll! Claire und Martin hatten ein paar Leute zum Abendessen eingeladen: Chris, Lisa und Demetrius und Jan und Ghislaine, die aus Belgien stammen und in der Stadt ein Schokoladengeschäft betreiben, wo sie belgische Schokolade verkaufen. Das Highlight des Abends: Ghislaine war vor kurzem in Brügge und hat den Männern Schokoladenbrüste von dort mitgebracht :) Die Reaktionen und Ausrufe der Herren beim ersten Blick auf ihr Geschenk waren unbeschreiblich! Jeder hat auch etwas zum Dinner beigesteuert. Chris und Lisa haben mehrere Teller mit Fingerfood vorbereitet, Jan und Ghislaine eine riesige Schüssel selbstgemachter Schokoladenmousse, die sie bald in ihrem Laden verkaufen möchten. Julia und ich haben uns nochmal an unsere Sweet Potatoes mit Marshmallows gewagt - diesmal mit Erfolg! Richtig lecker wars! Claire und Martin haben einen Ham, Roast Potatoes, Broccoli, Rosenkohl und weiße Möhren vorbereitet. Alles sehr, sehr lecker! Außerdem hatte Claire noch einen Crumble gebacken. Mit Äpfeln und Brombeeren... mmmmhhhh. Aber weils ja schon so viel Mousse gab, wurde entschieden, dass der Crumble in unserer Küche versteckt gehalten und ein anderes Mal verputzt wird. An diesem Abend hatten wir wirklich alle sehr viel Spaß. Es wurde viel gelacht und erzählt und Claire hat beschlossen, da wir ja fast alle das ein oder andere Instrument beherrschen, könnten wir ja an Weihnachten etwas vorspielen ;)
An unserem ersten Abend hier hatten Claire und Martin uns erzählt, dass man Fortschritte macht, wenn man anfängt, auf Englisch zu träumen. Da kann ich jetzt schonmal ein Häkchen hinter machen! Gestern morgen hat Julia mir nämlich erzählt, dass ich wieder einmal im Schlaf geredet habe - nur dass es dieses Mal auf Englisch war. Sachen gibts... Eigentlich hatten wir uns ja vorgenommen, ab gestern Englisch miteinandern zu sprechen. Das Problem war nur, dass wir dann auf einmal beide nicht mehr wussten, was wir sagen sollten... dafür reden wir natürlich mit all den anderen Leuten hier Englisch und das klappt sehr gut. Und wenn wir erstmal einen Job gefunden haben, wird es wohl sowieso zur Routine werden.

Gestern haben wir uns dann wieder mit Jan und Ghislaine und auch mit Peter und Sheila getroffen, um mit ihnen zum Johnston Canyon zu fahren und dort wandern zu gehen. Bei unserer Ankunft dort haben wir zunächst einmal ein Picknick im Freien abgehalten - was bei einer Temperatur von -6°C und kaltem Wind nicht allzu angenehm war... Danach haben wir uns auf den Weg zu zwei wunderschönen Wasserfällen und zu den Ink Pots gemacht. Aus diesen Quellen haben die Indiander Ocker gewonnen, welchen sie dazu benutzt haben, ihr Gesicht zu schminken. Insgesamt sind wir etwa 11km gelaufen. Mal bergauf, mal bergab. Ich hätte bereits an mehreren Punkten umdrehen können, weil ich total fertig war. Aber oben angekommen, hat es sich dann doch gelohnt! Die Quellen waren teilweise zugefroren, aber man konnte immer noch sehen, wie das Wasser am Boden der Quellen sprudelte. Auch die Wasserfälle waren ein wunderbarer Anblick! Beinahe alles war gefroren und überall an den Felsen hingen meterlange Eiszapfen herab. Aber es gab immer noch eine kleine Rinne, die nicht zugefroren war, durch die das Wasser durchlaufen konnte. Das Wasser dort war so klar, dass man wirklich alles unterhalb der Oberfläche sehen konnte: Steine, Äste usw. Wirklich sehr schön, aber leider kommt es auf den Bilder gar nicht so schön rüber, wie es in Wirklichkeit war...




Nachdem wir also das Thanksgiving Dinner wieder abtrainiert hatten, haben wir uns entschieden, nicht sofort die 1,5h Tour nach Calgary zu fahren, sondern erst noch einen Stopp in Canmore einzulegen, einem Ort, berühmt für seine Ski-Nordisch-Anlagen. Dort waren wir in einem tollen Restaurant namens "Iron Goat", mit offenem Kamin und Weinkeller. Jan hatte außerdem entdeckt, dass auf den Männertoiletten über jedem Pissoir ein kleiner Fernsehbildschirm abgebracht ist, auf dem man das Eishockeyspiel weiterverfolgen konnte, das auch im Essensbereich auf riesigen Fernsehern übertragen wurde. Das Essen da war zwar sehr lecker, aber leider nicht mehr wirklich heiß. Aber Hauptsache, der Kellner trägt die Teller mit Ofenhandschuhen zum Tisch, um uns dann zu warnen, dass die Teller sehr heiß seien... Ja, ja, ja... Während des Essens hatte Ghislaine von einer Messe in Downtown erzählt, auf der Wein und regionale Spezialitäten angeboten werden. Julia und ich werden ihr wahrscheinlich an ihrem Stand dort behilflich sein. Es gibt da nur ein Problem: man soll sich dort so kleiden, wie man es bei einem Vorstellungsgespräch tun würde. Wie gut, dass wir beide nur Jeans, T-shirts und Pullover eingepackt haben ;) Wir werden sehen...

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